Aktualisiert am 29. Oktober 2026 · THD GmbH

Das Wichtigste in Kürze:
  • Es gibt kein gesetzlich festgelegtes Kontrollintervall. Der Bundesgerichtshof entscheidet nach den Umständen des Einzelfalls.
  • Als fachlicher Maßstab dient die FLL-Baumkontrollrichtlinie, die nach Alter, Entwicklungsphase, Zustand, Baumart und der berechtigten Sicherheitserwartung staffelt.
  • Die Regelkontrolle ist eine fachlich qualifizierte Sichtkontrolle vom Boden aus – keine Untersuchung mit Geräten.
  • Nach Sturm, Starkregen oder Schneebruch kommt eine anlassbezogene Kontrolle hinzu.
  • Ohne Dokumentation ist die Kontrolle im Schadensfall wertlos: Datum, Kontrolleur, Befund, Maßnahme, Frist, Erledigung.

Regelkontrolle: was geprüft wird

Die Regelkontrolle ist eine Sichtkontrolle vom Boden aus, in der Regel einmal rund um den Baum. Sie deckt die allermeisten Auffälligkeiten ab, ersetzt aber keine eingehende Untersuchung. Geprüft werden fünf Bereiche:

  1. Umfeld und Wurzelbereich – befahren, aufgegraben oder versiegelt? Bodenanhebungen, Pilzbefall am Stammfuß?
  2. Stamm – Längsrisse, Höhlungen, abgeplatzte Rinde, Fäulestellen
  3. Kronenansatz – Zwiesel, eingewachsene Rinde, sichtbare Spalten
  4. Krone – Totholzanteil, gebrochene oder hängende Äste, Lichtung an der Spitze
  5. Verkehrsraum – ragen Äste in Gehwege, Zufahrten, Rettungswege oder auf Leuchten

Ergibt sich ein Verdacht, den man vom Boden aus nicht klären kann, folgt die eingehende Untersuchung – Klettertaxation, Schalltomografie oder Zugversuch, je nachdem ob Bruch- oder Standsicherheit in Frage steht.

Wie oft kontrolliert wird

Rechtlich gibt es kein festes Intervall. Der Bundesgerichtshof hat sich bewusst nicht auf einen bestimmten Abstand festgelegt; Gerichte ziehen die FLL-Staffelung als fachlichen Maßstab heran. Sie richtet sich nach Alter, Entwicklungsphase, Zustand, Baumart und danach, wie viele Menschen sich unter dem Baum aufhalten.

SituationÜblicher Rhythmus
Junge, gesunde Bäume an wenig genutzten Flächengrößere Abstände
Bäume in der Reifephase an genutzten Flächenjährlich
Alte oder vorgeschädigte Bäume, stark frequentierte Standortehalbjährlich
Nach Sturm, Starkregen, Schneebruchanlassbezogen zusätzlich

Der Herbst nach dem Laubfall ist der ergiebigste Termin: Totholz, Risse und Pilzfruchtkörper sind dann am besten sichtbar – und die Befunde liegen vor der Sturmsaison vor. Mehr dazu im Ratgeber Baumkontrolle im Herbst.

Baumpflege: was nach der Kontrolle kommt

Aus der Kontrolle folgt eine Empfehlung, und die muss nachvollziehbar zu einer Entscheidung führen – entweder die Maßnahme wird beauftragt, oder die Abweichung wird begründet und festgehalten. Typische Maßnahmen sind Totholzentnahme, Kronenpflege und Lichtraumprofilschnitt über Wegen und Zufahrten, Kroneneinkürzung bei Bruchgefahr, in seltenen Fällen Kronensicherung mit Gurtsystemen oder die Fällung.

Zwei Dinge sind dabei zu beachten: Kronenarbeiten sind im Winterhalbjahr am schonendsten, und Fällungen können nach kommunaler Baumschutzsatzung genehmigungspflichtig sein – unabhängig davon, wem der Baum gehört. Die Prüfung gehört vor die Beauftragung.

Baumkataster statt Zettelwirtschaft

Bei mehr als einer Handvoll Bäumen lohnt ein einfaches Kataster: je Baum Standort, Art, ungefähres Alter, Kontrolldatum, Name und Qualifikation des Kontrolleurs, Befund, empfohlene Maßnahme, Frist und Erledigungsvermerk. Fotos von Auffälligkeiten sind im Streitfall das belastbarste Beweismittel.

Wer mehrere Objekte betreut, fährt mit einem einheitlichen Formular über alle Standorte deutlich besser als mit Freitext-Protokollen je Dienstleister: Fristen lassen sich bündeln und Schnittarbeiten für mehrere Objekte in einem Einsatz zusammenfassen.

Häufige Fragen

Gibt es ein gesetzlich vorgeschriebenes Intervall?

Nein. Weder ein Gesetz noch die Rechtsprechung nennen einen festen Abstand. Der Bundesgerichtshof entscheidet nach den Umständen des Einzelfalls; als fachlicher Maßstab dient die FLL-Baumkontrollrichtlinie.

Wer darf die Regelkontrolle durchführen?

Eine fachlich qualifizierte Person mit Baumkenntnis – in der Praxis eine Fachkraft aus dem Garten- und Landschaftsbau mit entsprechender Weiterbildung oder ein Baumkontrolleur. Für eingehende Untersuchungen mit Messgeräten werden Sachverständige hinzugezogen.

Ist die Baumkontrolle umlagefähig?

Das wird uneinheitlich beurteilt und hängt vom Mietvertrag ab. Sinnvoll ist, die Position gesondert auszuweisen, damit die Verwaltung sie zuordnen kann – siehe Betriebskosten und Außenanlagenpflege.

Baumkontrolle und Baumpflege sind Teil der Außenanlagenpflege. Feste Intervalle und Dokumentation regelt der Pflegevertrag für Außenanlagen. Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung.

JETZT STARTEN

Lassen Sie uns über Ihre Immobilie sprechen.

Kontaktieren Sie uns für ein kostenfreies Erstgespräch. Wir prüfen Ihren Bedarf und zeigen Ihnen, wie eine Zusammenarbeit mit THD konkret aussehen kann.