Aktualisiert am 13.10.2026 · THD GmbH · Lesezeit ca. 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze:
  • Wie oft Rasen, Hecken und Beete gepflegt werden, hängt nicht von der Fläche ab, sondern von der Pflegestufe: repräsentativ, Standard oder extensiv.
  • Repräsentative Flächen (Eingänge, Kundenbereiche) werden in der Saison wöchentlich bis 14-täglich gepflegt; Standardflächen (Seiten- und Rückbereiche) etwa alle zwei bis drei Wochen; extensive Flächen (Randstreifen, Böschungen) wenige Male im Jahr.
  • Die Pflegestufe wird je Teilfläche festgelegt, nicht je Objekt – ein Gewerbeobjekt hat fast immer alle drei Stufen.
  • Hecken und Gehölze folgen eigenen Regeln: Formschnitt ein- bis zweimal im Sommer, starker Rückschnitt nur außerhalb der Schutzzeit vom 1. März bis 30. September (§ 39 BNatSchG).
  • Wer Pflegestufen im Leistungsverzeichnis ausweist, kann Angebote vergleichen und Rechnungen prüfen.

Warum die Pflegestufe das Intervall bestimmt

Das Pflegeintervall einer Grünfläche ergibt sich aus ihrem Anspruch, nicht aus ihrer Größe: Eine Rasenfläche am Kundeneingang muss jederzeit gepflegt aussehen, dieselbe Fläche hinter der Anlieferung darf höher stehen – deshalb wird jede Teilfläche einer Pflegestufe zugeordnet, und erst die Stufe legt den Turnus fest. Dieses Vorgehen hat zwei Vorteile: Das Budget fließt dorthin, wo es gesehen wird, und der Dienstleister weiß ohne Rückfrage, was an welcher Stelle erwartet wird. Ein Gewerbeobjekt, das durchgehend auf Repräsentationsniveau gepflegt wird, zahlt für Flächen, die niemand sieht; eines, das durchgehend extensiv gepflegt wird, wirkt am Eingang vernachlässigt.

Welche drei Pflegestufen sich bewährt haben

Die folgende Tabelle beschreibt die Pflegestufen mit den qualitativen Intervallen, wie sie sich für Gewerbeobjekte in Deutschland bewährt haben. Wetter, Wuchs und Region verschieben die Intervalle um Tage, nicht um Wochen.

ArbeitRepräsentativStandardExtensiv
Rasenschnitt (Saison)wöchentlich bis 14-täglichalle zwei bis drei Wochenzwei- bis dreimal jährlich (Wiesenschnitt)
Rasenkantenbei jedem zweiten Schnittmonatlichentfällt
Beetpflege (Wildkraut, Lockern)alle zwei Wochenmonatlichzwei- bis dreimal jährlich
Heckenformschnittzweimal im Sommereinmal im Sommereinmal jährlich oder nach Bedarf
StaudenrückschnittFrühjahr, Pflegeschnitt im SommerFrühjahrFrühjahr
Laubräumung (Herbst)wöchentlich14-täglicheinmal zum Saisonende
Düngung, Vertikutierenjährlichnach Bedarfentfällt
Bewässerungbei Trockenheit regelmäßigbei anhaltender Trockenheitentfällt

Welche Flächen in welche Stufe gehören

Repräsentativ sind alle Flächen, die Kunden, Besucher und Mitarbeiter täglich sehen: Eingangsbereiche, Vorfahrten, Flächen vor Schaufenstern und Empfang, Außenbereiche von Kantinen und Pausenzonen. Standard sind Flächen mit Sichtkontakt, aber ohne Aufenthalt: Seitenstreifen am Parkplatz, Grünflächen entlang der Zufahrt, Abstandsgrün zwischen Gebäuden. Extensiv sind Flächen ohne Publikumsverkehr: Böschungen, Randstreifen an der Grundstücksgrenze, Flächen hinter Anlieferung und Technik, Regenrückhaltebecken. Die Zuordnung wird im Flächenplan farbig markiert und als Anlage zum Vertrag genommen – so ist sie für beide Seiten verbindlich.

Welche Sonderregeln für Hecken und Gehölze gelten

Hecken und Gehölze folgen nicht dem Pflegeturnus, sondern der Jahreszeit: Der Formschnitt, der nur den Zuwachs entfernt, findet ein- bis zweimal im Sommer statt; ein starker Rückschnitt oder das Auf-den-Stock-Setzen ist nach § 39 Abs. 5 BNatSchG vom 1. März bis 30. September untersagt und gehört in den Zeitraum Oktober bis Februar. Vor jedem Schnitt in der Vegetationszeit ist auf besetzte Nester zu achten. Für Bäume gilt ein eigener Rhythmus aus Regelkontrolle und Pflegeschnitt, der nicht in die Pflegestufen gehört, sondern in die Baumkontrolle.

Wie Pflegestufen ins Leistungsverzeichnis kommen

  1. Alle Grünflächen des Objekts im Plan erfassen: Rasen, Beete, Hecken, Stauden, Böschungen mit Größe.
  2. Jede Teilfläche einer der drei Stufen zuordnen und im Plan markieren.
  3. Für jede Stufe die Intervalle aus der Tabelle als Leistungsposition übernehmen – mit Angabe „je Saison“ oder „je Jahr“.
  4. Einmalarbeiten (Rückschnitt, Vertikutieren, Pflanzung) getrennt als Einzelpositionen mit Zeitfenster ausweisen.
  5. Regel für Abweichungen vereinbaren: Was passiert bei Trockenheit, Dauerregen oder Baustellen?
  6. Nach der ersten Saison prüfen, ob Stufen und Intervalle passen, und den Plan anpassen.

Welche Fehler bei der Festlegung häufig sind

Der häufigste Fehler ist ein einheitlicher Turnus für das ganze Objekt – er ist entweder zu teuer oder an den sichtbaren Stellen zu wenig. Ebenso verbreitet: Intervalle ohne Saisonbezug („zwölf Schnitte im Jahr“ ohne Angabe, wann), Beete ohne eigene Position (sie werden dann „mitgemacht“ oder gar nicht), fehlende Regeln für Trockenperioden und Hecken, die im Vertrag nur „nach Bedarf“ stehen. Wer die drei Stufen sauber trennt und je Stufe ein Intervall vorgibt, hat diese Probleme nicht.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie oft sollte Rasen am Kundeneingang gemäht werden?

In der Wachstumsphase wöchentlich bis 14-täglich, je nach Wuchs und Wetter. Außerhalb der Saison entfällt der Schnitt, die Laubräumung übernimmt den Turnus.

Reicht ein Heckenschnitt pro Jahr?

Für Standard- und extensive Flächen meist ja. Repräsentative Hecken brauchen zwei Formschnitte im Sommer, damit sie durchgehend sauber stehen.

Was ist mit Flächen, die im Winter nicht gepflegt werden?

Von November bis Februar laufen nur Laubräumung, Kontrollen und Rückschnitte. Der Pflegeturnus setzt mit dem Wuchsbeginn im März oder April wieder ein.

Lassen sich Pflegestufen nachträglich ändern?

Ja. Der Flächenplan ist eine Vertragsanlage, die nach der Saison angepasst werden kann – etwa wenn ein Bereich neu genutzt oder ein Eingang verlegt wird.

Wie THD Grünflächen nach Pflegestufen betreut, zeigt die Seite Außenanlagenpflege für Gewerbeimmobilien. Welche Arbeiten in welchem Monat anstehen, steht im Ratgeber Jahrespflegeplan für Außenanlagen; welche Positionen ins Leistungsverzeichnis gehören, im Beitrag Leistungsverzeichnis Außenanlagenpflege.

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