- Laubräumung ist keine einmalige Aktion: Der Laubfall zieht sich je nach Baumart über sechs bis zehn Wochen, meist von Mitte Oktober bis Ende November.
- Nasses Laub auf Pflaster und Treppen ist eine Rutschgefahr, die der Glätte gleichkommt – der Turnus ist deshalb eine Frage der Verkehrssicherheit, nicht der Optik.
- Entscheidend sind die Prioritätsflächen: Eingänge, Treppen, Gefällstrecken und Entwässerungsrinnen zuerst.
- Verstopfte Hofabläufe sind der häufigste Folgeschaden – und im Winter der Ausgangspunkt für Eisflächen.
- Laub ist Grünabfall: Wer die Entsorgung nicht vertraglich regelt, zahlt sie zweimal.
Warum der Turnus über alles entscheidet
Ein einzelner Räumtermin im November löst das Problem nicht. Bäume werfen ihr Laub über Wochen ab, und zwar unterschiedlich: Birken und Linden früh, Eichen und Platanen spät, manche Arten bis in den Dezember. Wer einmal räumt, hat zwei Wochen später wieder eine volle Fläche – und dazwischen die Haftungsfrage.
In der Praxis bewährt hat sich ein wöchentlicher Turnus während der Hauptlaubzeit mit Verdichtung nach Sturm, davor und danach ein gestreckter Rhythmus. Bei Objekten mit starkem Baumbestand kann das in Spitzenwochen zweimal bedeuten.
Welche Flächen zuerst
Nicht jede Fläche ist gleich dringend. Die Reihenfolge ergibt sich aus der Gefahr, nicht aus der Größe:
- Eingänge, Treppen und Rampen – hier führt nasses Laub am schnellsten zu Stürzen
- Gefällstrecken und Wege mit Publikumsverkehr
- Entwässerungsrinnen und Hofabläufe – Verstopfung verursacht Pfützen und im Winter Eisflächen
- Parkflächen und Fahrgassen – maschinell, zwischen den Fahrzeugen nachgearbeitet
- Rasen- und Pflanzflächen – zuletzt; eine dünne Laubschicht auf Beeten darf liegen bleiben
Wegereinigung ist mehr als Laub
Die befestigten Flächen – im Fachjargon Grau- oder Verkehrsflächen – brauchen auch außerhalb des Herbstes Aufmerksamkeit. Dazu gehören Kehren von Wegen, Zufahrten und Stellplätzen, das Entfernen von Wildkraut in Pflasterfugen, die Reinigung von Hofabläufen und Rinnen sowie das Leeren von Abfallbehältern, wenn das vereinbart ist.
Beim Wildkraut gilt eine praktische Einschränkung: Auf versiegelten Flächen ist der Einsatz von Herbiziden in der Regel unzulässig, weil die Mittel über die Entwässerung ins Gewässer gelangen. Gearbeitet wird deshalb mechanisch oder thermisch – das ist aufwendiger und gehört entsprechend kalkuliert.
Abstimmung mit dem Winterdienst
Die Laubsaison endet dort, wo die Winterdienstsaison beginnt – und beide überlappen sich im November. Zwei Punkte sind wichtig: Erstens muss das Laub von den Flächen herunter sein, bevor der erste Schnee darauf fällt, sonst entsteht unter der Schneedecke eine rutschige Schicht, die beim Räumen nicht mitgeht. Zweitens müssen die Entwässerungspunkte frei sein, bevor es friert – warum das so wichtig ist, steht im Ratgeber Eisglätte durch Dachabläufe und Fallrohre.
Praktisch heißt das: Der letzte gründliche Laubdurchgang und die Winterfest-Begehung gehören in dieselbe Woche. Eine Checkliste dafür gibt es als ausfüllbare PDF-Vorlage.
Häufige Fragen
Wie oft sollte im Herbst geräumt werden?
Während der Hauptlaubzeit wöchentlich, bei starkem Baumbestand in Spitzenwochen zweimal. Davor und danach reicht ein gestreckter Turnus. Nach Stürmen kommt ein zusätzlicher Durchgang hinzu.
Muss Laub vollständig entfernt werden?
Auf Wegen, Treppen, Eingängen und Entwässerungspunkten ja. Auf Beeten und unter Gehölzen darf eine dünne Schicht liegen bleiben – sie schützt den Boden und ist ökologisch sinnvoll. Das gehört aber in die Leistungsbeschreibung, sonst wirkt es wie eine unvollständige Leistung.
Wer entsorgt das Laub?
Das wird im Vertrag geregelt. Möglich sind Abfuhr durch den Dienstleister, Sammlung in einem Container des Auftraggebers oder Kompostierung auf dem Grundstück, wenn Platz vorhanden ist. Ohne Regelung entstehen regelmäßig Nachträge.
Laubräumung und Wegereinigung sind Teil der Außenanlagenpflege und gehen im November in den Winterdienst über. Wie Turnus und Entsorgung vertraglich festgehalten werden, steht auf der Seite Pflegevertrag für Außenanlagen.
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